was soll man sagen?
- tanja0563
- vor 7 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

Heute gab's ausführliche Hunderunden um 9 und 21 Uhr, dazwischen sehr sehr viel Pause drinnen. Aber das ist auch ok und ich möchte mit Blick auf dem Tag morgen erklären, warum:
Der menschliche Körper ist, wenn er lebendig ist, eine Heizung. Unsere stete "Außentemperatur" von knapp 37 Grad ist das Ergebnis von raffiniertem Temperatur-Ausgleich:
Bei kälteren Temperaturen wird die Heizenergie aus unseren Körperzellen komplett genutzt, um diese 37 Grad zu erreichen. Mit Kleidung, Bewegung, warmem Essen und vielen Kalorien sowie einer Wohnung behelfen wir uns zusätzlich, damit wir nicht erfrieren.
Bei hohen Temperaturen kommt der natürliche Temperatur-Ausgleich in die andere Richtung recht schnell an seine Grenzen. Der Körper versucht, die Heizenergie nach außen abzuleiten: er erhöht Blutzirkulation/Herzschlag, Verdunstungskühle vom Schwitzen, beschleunigt die Atmung, macht weniger Bewegung...
Aber wenn der Temperatur-Unterschied immer kleiner wird oder die Temperatur um uns herum sogar über 37 Grad steigt, dann bekommen die Einweiß-Strukturen in unserem Körper ziemlich schnell ein massives Problem. Dann wird aus rohem Ei ein gekochtes Ei: Körpertemperaturen über 42 Grad sind tödlich.
Ich höre schon die Kommentare "ja aber es wird ja morgen nicht 42 Grad". Klar. Aber braucht es auch nicht. Es reicht schon, dass der Unterschied zwischen unseren angepeilten 37 Grad (plus der Heizenergie, die gezwungenermaßen anfällt solange wir lebendig sind) und der Umgebung nur 10 Grad (zB 27 Grad Umgebungstemperatur) statt des üblichen Unterschieds von circa 14 Grad (bei der üblichen Komfort-Temperatur von 23 Grad) beträgt. Dann muss der Körper, insbesondere das Herz und die Nieren, viel mehr leisten, um die Heizenergie abzuleiten.
Hm, vermutlich ist das für gesunde Jungspunde immernoch schwer zu verstehen und vor allem fühlt es sich ja einfach doch vor allem nach "gutem Wetter" an. Aber wenn man -wie ich- nicht mehr so fit ist, dann fragt man sich irgendwann doch, wie man es verhindern kann, dass die Innentemperatur auf über 27 Grad steigt.
Die Klimaanlange ist eine Lösung, um die in kleinen Wohnungen, bei vielen warmen Nächten und bei gesundheitlichen Vorbelastungen irgendwann kein Weg dran vorbeiführen wird. Obwohl durch Stromverbrauch bei Produktion und Betrieb und die Abwärme das Problem eher verschoben wird.
Ventilatoren verstrudeln das Problem übrigens nur, sie kühlen nicht! Durch die Luftbewegung des Ventilators müssen wir unseren Verdungsschweissfilm kontinuierlich erneuern und schwitzen mehr. Wer einen Ventilator nutzt, sollte also mehr trinken, sonst dehydriert man. Dass das für einen geschwächten Menschen leichter gesagt als getan ist, kann man sich vorstellen. Dass nicht überall das Leitungswasser so gut trinkbar ist, wie in Deutschland, hat man auch schon mal gehört. Ein Teil der 2003 während der Hitzewelle in Europa verstorbenen, alten Menschen war einfach allein und ohne die üblichen Helfer. Die Verwandten waren um Urlaub und der nächstgelegene Supermarkt geschlossen.
Vieles ist heutzutage besser gelöst und ich war begeistert zu lesen, dass die örtliche, klimatisierte Kleiderkammer heute dazu aufrief, dort ein paar Stunden "KÜHLE" zu tanken. Das verbindet zwei wichtige Aspekte: immer wieder Kühleoasen aufzusuchen und sich umeinander zu kümmern. Selbst ein Anruf kann eine Hilfe sein.

(das war heute Abend)
Morgen ist ein neuer Tag und es wird noch wärmer. Ich werde die Edo-Runde mit einer Abkühlung im klimatisierten ALDI kombinieren, telefonieren, TV-gucken und mich nicht bewegen. Ein lieber Besuch am Abend findet zwar statt, aber "gekocht" wird Salat und Eis und wir hängen einfach gemeinsam ab, ohne große Erwartungen. Geht doch.




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