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Sonntagskinder

  • tanja0563
  • 12. März 2023
  • 3 Min. Lesezeit

Heute war Bettentausch angesagt: Am Freitag kommt unser neues supertolles Boxspring-Bett an und das alte (160cm mit EINER Matratze) möchte Emilia nutzen. Promt meinte sie "jetzt habe ich ein großes Bett, dann kann ich ja auch ausziehen!" Wir konnten sie überreden, noch ein Weilchen damit zu warten....


Beim Umräumen fiel mir auch eine uralte Decke in die Hände, dunkelbraun mit diesen gelb-orangenen Blumen. Die Decke ist vermutlich aus Acryl, und sie ist mindestens 40 Jahre alt. Ich kann mich an Picknick mit dieser Decke am Dankern-See erinnern und bevor wir diese aufrollbaren Stroh-Strandmatten hatten, lagen wir als Familie im Nordhorner Freibad auf dieser Decke. Wir haben sie zum Angeln mitgenommen und Höhlen damit gebaut. Und meiner Mutter, die ja wie mein Vater in der Textilfabrik Früh- und Spätschichten gearbeitet hat, lag oft unter dieser Decke auf dem Sofa und schlief. Ich kann mich von dieser Decke einfach nicht trennen : ))

Vor dieser Decke hatte mich diese Woche schon der Duft von Marani-Grüntee in die Vergangenheit katapultiert: Dieser exotisch-fruchtige Tee erinnert mich total an die Zeit, als man bei "Blaue Rose" Tabletts mit pinken Joy-Gläsern und Tee mit Kandis-Stäbchen als Geburtsgeschenke kaufte. Hast Du auch solche Erinnerungen?

Denn Erinnerungen sind ja bei jedem anders....ich war ganz ungläubig als die liebe Christine, für die ich zum Geburtstag "mit 66 Jahren" von Udo Jürgens umgedichtet und ganz mutig Gesang und Gitarrenspiel aufgenommen hatte, mir heute sagte, dass sie das Original-Lied überhaupt nicht kannte! Aber klar, ich merke es ja selber: wenn man viele Jahre im Ausland lebt, dann kriegt man manches aus der alten Heimat nicht mit und es gehen einem, ob man will oder nicht, auch Dinge aus der neuen Heimat in Fleisch und Blut über....


Zu diesen ganzen Flashbacks passt, dass ich gerade in der 7Mind-App einen Kurs (mit Meditationen) zum "inneren Kind" mache. Der Aussage "Vielen von uns fällt es schwer mit sich selbst in Berührung zu kommen und Bedürfnisse, Grenzen und Gefühle zu spüren. Wir sind so stark mit unserer Umwelt beschäftigt, dass wir uns selbst dabei manchmal total vergessen." kann ich nur zustimmen. Als "Sinnbild und Symbol für die Muster des Fühlens, Denkens und Handelns, die sich in unserer Kindheit manifestiert haben" verwendet man den Begriff "inneres Kind".


Ich zum Beispiel neige dazu, mich "nicht gesehen" zu fühlen und entsprechend zu denken und zu handeln. Mittlerweile weiss ich, dass das Quatsch ist (ich bin ja wohl kaum zu übersehen!) und erkenne auch relativ früh, wenn ich in dieses Muster der "kleinen Tanja" rutsche. Es passiert mir weniger, wenn ich mir Zeit für mich und für Meditation am Morgen nehme.


An zwei Stellen haben heute Kinder noch eine Rolle gespielt: Emilia berichtete mir ganz gerührt von zwei english-sprechenden Kindern (in der Kirche nebenan ist Sonntags der Gottesdienst der english-sprachigen Gemeinde), die wohl Verstecken gespielt hatten. Von ihrem Fenster aus hatte Emilia mitbekommen wie das kleinere zählte "one, two, three, four, five, six, seven, twelve, fivteen, sixteen, eighteen, twenty!" Die ältere Schwester schimpfte "But there are soo many numbers missing!!" und die Kleine stimmte erbost ein "Iiii knoooow!!" und zählte nochmal von vorne - mit denselben Lakunen. Ok, die Story ist nicht soo witzig - aber ich habe mich sehr gefreut, dass Emilia ein Ohr für diese kleinen Niedlichkeiten hat und dass sie - bei aller Ungeduld auszuziehen - Lust hatte, mir davon zu erzählen!


Und die zweite Kinderbegegnung war ganz unverhofft mit Jan (5), dem Nachbarsjungen, auf den ich manchmal aufgepasst hatte, als er noch gaanz klein war und der aber in den letzten Jahren doch arg fremdelte und sehr sehr schüchtern war. Er findet Edo schon irgendwie spannend, auch wenn es ihm nicht ganz geheuer ist, dass der so ein flauschiger Flummi ist. Als ich nach vergeblichem Warten auf die angekündigte Sonne gegen 16.30 meine Hunderunde mit Edo begann, kam Jan gerade raus und sollte mit dem Roller ein bisschen den Weg hoch und runter fahren (Mutter kränkelte). Die Alternative, mich und Edo in die Rheinaue zur Hundewiese zu begleiten gefiel ihm und so haben wir unverhofft seit Ewigkeiten mal wieder etwas Zeit miteinander verbracht. Es war sehr schön!




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