Aufstehen oder liegenbleiben?
- tanja0563
- 16. März 2023
- 2 Min. Lesezeit

Wenn es gerade schwierig ist oder nicht so gut läuft, ist ein Standard-Spruch:
"Hinfallen - Aufstehen - Krönchen richten - weitergehen". Den hab ich oft gedacht und eigentlich ganz gut und Mut machend gefunden.
Dann aber konterte eine liebe Freundin das neulich mit "Stolpern - hinfallen - auf den Bauch legen - den Moment genießen". Den Spruch finde ich ja noch viel besser!! Und dazu passt auch das Foto, das ich bei jemandem im Status abfotografiert habe.
Ich praktiziere jetzt so eine Mischung....ich stehe zwischendurch immer mal auf, aber lege mich dann so schnell es geht wieder hin. Heute morgen zum Beispiel war ich bei der Ernährungsberaterin....die hatte wohl gehofft, dass meine Cortison-Extra-Kilos zu größeren Teilen aus Wasser bestehen....die Messung hat allerdings ergeben, dass es wohl doch Fett ist. Gleichzeitig habe ich kaum Muskelmasse verloren und bin darum optimistisch, dass ich die Kilos ganz allmählich wieder los werde, wenn ich diese Muskeln wieder mehr benutzen kann.
Heute Nachmittag ging es mir schon besser als am Vormittag und nach dem Schwimmen noch besser. Habe dort auch meinen Trainer getroffen und war ganz froh, somit Zeugen für mein "am Ball bleiben" hatte. Aber auch er lud mich ein, es gaaaanz locker und gemütlich anzugehen. "Dir läuft doch nichts weg". Recht hat er.
Ähnlich herausfordernd wie diesen Balanceakt zwischen aufstehen und liegenbleiben empfinde ich es, die passende Mischung aus Optimismus und Realitätssinn zu finden. Emilia geht am Samstag für eine Woche Skifahren, von der Schule aus. Natürlich freut sie sich seit Monaten und ist total aufgeregt. Heute fragte ich sie, ob sie sich mal Gedanken gemacht hat, was alles doof sein könnte. Wie aus der Pistole geschossen schilderte sie mir zehn worst case szenarios. Vom "Eingeschneit sein und nicht genug zu Essen haben" über "jemand hat einen Unfall und wir können keine Hilfe rufen weil wir tagsüber keine Handys dabei haben dürfen" zu "ich breche mir ein Bein" war alles dabei.
Sie war aber ganz entspannt dabei und meinte selbst, dass sie all das, was sie sich einmal ausgemalt hat, dann gar nicht mehr so furchtbar findet- weil alles irgendwie gut werden wird. Ich bin total stolz auf sie. Und dieses "den Teufel an die Wand malen" hat auch gar nichts mit mangelndem Optimismus zu tun finde ich, ganz im Gegenteil. Wer in den Abgrund geschaut, reingespuckt hat und weiß "shit, das ist tief", und wer sich dann umdreht und trotzdem sagt "das wird schon", der ist doch viel optimistischer, realistischer und mutiger als jemand, der versucht zu ignorieren, dass da ein Abrund ist, oder??

(Dieses ist eines meiner Lieblingfotos aus meinem Juli im Rabbi-Tal. Ich freue mich so, diesen Juli wieder dort zu verbringen!)




Kommentare