Mal was Neues
- tanja0563
- vor 1 Stunde
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Heute hat es mich also in die Uniklinik Bonn geführt. Ich war in den letzten Jahren durchause schon mal da, als Patientenvertreterin am Runden Tisch der krebsbezognenen Selbsthilfe, aber auch mal mit Roberto, der einen kleinen Eingriff hatte und man kann dort in der Nähe, in der Waldau, schön spazieren gehen. Das UKB liegt halt auf dem Venusberg. Was bedeutet, dass man auf Handy-Empfang weitesgehen verzichten muss. Zumindest was mobile Daten angeht.

Als ich mich heute morgen im Taxi der Klinik für Neurochirurgie näherte, kam ich am Blutspendedienst vorbei. Tja, da hatte ich im fernen 1999 ein wichtiges Gespräch mit Frauke: sie öffnete mir die Augen, dass so wie die Dinge bei mir standen (ich kann französisch, aber will nicht nach Frankreich, kann englisch, aber will nicht nach England, kann etwas Spanisch, aber nach Spanien mag ich auch nicht gehen) ERASMUS trotzdem eine Option ist: denn ich möchte nach Italien, aber italienisch kann ich nicht! "DANN LERNST DU ES"!! war Frauke's lapidare, pragmatische Antwort am Rande einer gemeinsamen, studentischen Blutspende-Sitzung und letztlich ergatterte ich den ERASMUS-Platz in Bologna!
Naja, das nur am Rande. Ich war von 8.30 bis 18.30 am UKB. Zuerst wurde ein CT der Wirbelsäule gemacht. Dann warten. Dann Untersuchung durch eine nette Oberätztin. Dann wieder warten. Habe mir 90 Minuten mit einem guten Buch und dösen vertrieben. Wollte mir dann mal was zu Trinken besorgen und da kam die Assistentin auf die Idee, mir Kaffee und Wasser anzubieten.

Dann kamen die Oberärzte wieder. Denen musste ich unter anderem sehr deutlich sagen, dass ich NICHT stationär aufgenommen werden möchte und jederzeit für neue Aufnahmen und Untersuchungen wiederkomme, aber das für mich kein ausreichender Grund für stationäre Aufnahme ist. Es wurde dann ein MRT-Termin für denselben Tag um 14.45 verhandelt.
Roberto hat mir dann netterweise mit Edo meine Mittags-Medikation gebracht. (Morgens konnte er wegen Werkstatt-Termin nicht). So haben wir ein bisschen zusammen gewartet. Er hat mich ein bisschen beruhigt, weil die Warterei immer länger und ich imer genervter wurde und das CT war nicht richtig gemacht worden und so weiter. Irgendwann habe ich mich aber doch mit einer TAVOR beruhigt. Aber immerhin haben wir die Bilder dann tatsächlich mit dem Chef Prof. Vatter und den Oberärzten besprechen könnnen.
Also. Eigentlich nichts neues: Im Lendenwirbelkörper 1 ist eine Metastase. Die muss weg. Durch Bestrahlung. Aber wenn man sie jetzt bestraht, könnte der Wirbel einbrechen. Es sieht sogar so aus, dass der metastasierte Wirbelkörper jetzt schon ziemlich instabil ist, darum die Eile, ihn zu stabilisieren.
Zum Stabilisieren könnte man Zement einspritzen. Das ist verhältnismäßig einfach gemacht. Bringt aber das Risiko mit sich, daß der Zement auf den Nerv drückt. Es ist alles irgendwie weniger kontrollierbar, wenn die Metastase weiter wächst. Oder so ähnlich. Jedenfalls irgendwie nicht so gut.
Besser wäre, dass man sich jetzt noch die Zeit nimmt, den Wirbel vernüftig mit Cages (wie weiter unten im Rücken schon letztes Jahr geschehen) zu stabilisieren und danach erst die Metastase kaputtzubestrahlen.
Ich habe mich hierfür entschieden. Auch vor dem Gedanken dass meine Krebs-Prognose durch (bessere) Mobilität besser wäre. Also haben wir Nägel mit Köpfen gemacht:
Donnerstag 30.4. um 9 Uhr Voruntersuchung, Vorbereitung und Aufklärung. Sonntagnachmittag stationäre Aufname und Montag 4.5. die OP. Ich muss mit einer Woche Aufenthalt rechnen. Sobald die Wunde geschlossen ist, aber nicht früher als nach 14 Tagen, geht's an die Bestrahlung.
Das müsste alles prima mit Besuch von Esther (Samstag-Sonntag), Maike (Sonntag), Ellen (Himmelfahrt), Emilia`s Geburtstag, 26.5. und Fulda passen.
Und weil ich ja diesmal nicht auch noch eine Chemo zu machen habe, die Kraft frisst, werde ich diesen Sommer wirklich mal (ambulante) Reha-Optionen in Erwägung ziehen.
Und morgen ist ein neuer Tag.




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