Ciao Bella
- tanja0563
- vor 13 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Gerade sah ich "Kindermädchen in Italien", eigentlich als Hintergrund zum Schreiben. Aber dann hat es mich so gefesselt- dass ich eingenickt bin ; ). Da wurde auch "Ciao bella, Ciao" gesungen. Mir ruft das gerade eher keiner hinterher : ) Aber eigentlich ist es mir auch egal. Die Nachbarin, die mich nicht erkannte und nicht grüßte, klärte ich bei der zweiten Begegnung auf "hey, ich bin's, Tanja!" "Ach, hey- ich hab Dich gar nicht erkannt- ich hatte Dich schlanker in Erinnerung, aber so im Sitzen!?" Haha, was für ein blöder Fauxpas! Sowas sagt man doch nicht! Zumal es nicht wirklich stimmt! Und es außerdem das kleinste Problem wäre wenn es doch stimmen würde.
Andere Leute lachen mich aufmunternd an, wenn ich gutgelaunt mit Edo und dem Blitz unterwegs bin. Und viele sind wirklich hilfsbereit- auch wenn ich die Hilfe gar nicht brauche. Heute morgen, nach der FSH-Videokonferenz zu den Wellness-Oasen beim Treffen in Fulda (in einer biete ich für die Teilnehmerinnen etwas an, was mit "journaling" zu tun hat), bin ich mit Edo zur Onkoambulanz "geblitzt". Den Blitz habe ich mit reingenommen, Edo aber vorher draußen festgemacht. Da kam ein älterer Herr und nahm sich ganz süß seiner an. Er war fast ein ein bisschen aufgelöst und erzählte mir, dass er auch einen kleinen Hund hatte, der im Januar mit 18 Jahren verstorben sei. Ich wimmelte ihn mit Blick auf die Uhr und die Öffnungszeiten schweren Herzens ab und kümmerte mich drinnen um meine Rezepte. Und begegnete auch Prof. Ko, was nach der Email von gestern (hab noch nix gehört) als zweite Erinnerung an meinen Fall sicher nicht verkehrt war.
Als ich wieder nach draußen zu Edo kam, war der ältere Herr immernoch bei ihm. Er hatte ihn die ganze Zeit betüddelt. Mir erzählte er dann noch mehr von seinem eigenen, verstorbenen Hund- der letztlich gnädig eingeschläfert worden war. Ihm rutschte dabei auch heraus " gut, dass man das bei Hunden/Tieren machen kann, bei uns Krebskranken ja leider nicht". Und wir tauschten ein paar Blicke aus, die mehr sagten als tausend Worte....Keine Sorge: ich habe stets den Ohrwurm von "wer bis an das Ende beharrt, der wird selig". Und damit meine ich wohl vor allem, dass ich zu neugierig bin auf das, was noch kommt.
Das Beste heute kam kurz nach dem Mittagessen: der Anruf aus der Uniklinik: am Montag um 9 Uhr habe ich einen Termin in der Neurochirurgie! Wenn man zum Metzger geht, ist natürlich klar, dass der einem Fleisch verkaufen will. Also- es kann schon gut sein, dass der mir eine fünfte Wirbelsäulen-Operation vorschlägt. Und während da in mir immernoch der Traum flackert, dass mich jemand so hinbiegt, dass ich wieder schmerzfrei werde und wirklich deutlich besser laufen kann, geht es ja in Wirklichkeit nur darum, mich vor einer Querschnittslähmung zu bewahren : (
Mit dem Blitz habe ich mich am Nachmittag auch in die Apotheke und den EDEKA getraut. Apotheke ging gut, Edeka war ganz schön eng und stressig. An der Kasse stand noch was im Weg und ich wollte gerade eine andere Kundin bitten, das kurz wegzustellen, als ich in ihr Verena erkannte! Wir hatten vor Ostern ein Hundedate in der Rheinaue....fast hätte ich "ciao bella" gerufen ; ) Haben uns draußen bei Edo noch eine ganze Weile unterhalten. Sie wohnt ja nun eigentlich in der Nachbarschaft. Mal sehen.....
Auch morgen ist ein neuer Tag!

Ein Gruß aus Helsinki von Jens J.

Und ein lieber Gruß aus München von Franziska. So ein tolles Licht!!!




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