Freie Zeit
- tanja0563
- vor 2 Tagen
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Im Brief des Direktors von Emilia's Schule ging es heute anlässlich der Sommerferien sehr philosophisch zu. Wie schon gegenüber den SchülerInnen wurde auch uns Eltern wiederholt die Bedeutung von freier Zeit in den Ferien betont.
Die Sommerferien eröffnen einen wunderbaren Raum für folgende Fragen:
• Aus welchen Quellen schöpfe ich? Welches kraftspendende Wasser ist mir zugänglich?
• Was nährt mich als Einzelperson, was nährt meine Familie?
• Was lässt mich wachsen? Was brauche ich, was braucht mein Kind, um gut wachsen zu können?
• Kann ich geduldig sein, kann ich warten, weil ein Reifungsprozess des Menschen nun mal
nicht willkürlich beschleunigt werden kann?
• Entdecke ich im Nichtstun-Müssen der Ferien, des Urlaubs ein tiefes Vertrauen, dass die
Ernte kommen wird?
• Kann ich akzeptieren, dass Wachsen und Reifen teilweise meinem eigenen Aktionismus, meinem engagierten Tun und Zupacken entzogen sind? Kann ich annehmen, dass die Natur ihren eigenen, inneren Prozess des Wachsens und Reifens bereithält?
• Kann ich mich der Frage öffnen, dass Gott den Menschen jenseits von Leistungserwartungen und Optimierungsmechanismen wachsen lässt? Einfach so?
Die Sommerferien sind vielleicht eine Oase oder eine Wasserquelle, um langsam, ohne Druck, ohne Zwang wachsen zu können. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie jedenfalls eine solche Zeit der Erholung weit jenseits von Schule. Denn die Früchte, die im Sommer zu ernten sind, sind so ganz anders als die Früchte, die sich in Form von Noten und Zeugnissen spiegeln.
Mir gefallen diese fast predigtartigen Worte des Schuldirektors. Sie sprechen für ein Klima, in dem ich Emilia gut aufgehoben sehe, egal was passiert.
Und was passiert, liegt ja glücklicherweise nicht in unserern Händen. Morgen ist ein neuer Tag. Ganz von alleine.

Foto von Katrin, danke!



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