Freie Zeit für noch mehr Fragen
- tanja0563
- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 2 Tagen
Hanna hat in ihrem Blog neulich ein Buch empfohlen: „Sterblich sein“ von Atul Gawande; Fischer Taschenbuch. Ihrer Empfehlung folgend habe ich habe mir das Buch heute als Kindle Version zugelegt. Momentan lese ich noch "Wie Grisha aus Versehen beinahe den Weltfrieden ausgelöst hätte". Da fehlt aber nicht mehr viel. Jedenfalls möchte ich heute Hanna ein wenig zitieren. Sie hatte in dem Buch mehrere wichtige Fragen gefunden.
Gawande ist ein indischstämmiger Chirurg und Medizinprofessor aus Boston, aber auch Politikwissenschaftler und Ökonom. Als solcher war er an Obamas Gesundheitsreform entscheidend beteiligt gewesen. In seinem Buch (leicht zu lesen und mit vielen Fallbeispielen) geht es zum einen um das Thema Pflege und Wohnen im Alter (er erzählt z.B., wie ein Heimleiter das Leben der Bewohner durch die Anschaffung von vier Hunden, vier Katzen und einhundert Vögeln zum Positiven wendete), zum anderen um das Lebensende.
Eine Sache, die.Hanna und ich beide interessant fanden, ist die Unterscheidung der Stile, in denen Ärzte mit Patienten reden: Die paternalistische Art und Weise: "Es gibt eine blaue Pille und eine rote Pille. Ich rate Ihnen: Schlucken Sie die rote!"
Die informative Art und Weise, die auch etwas kaufmännisches hat. "Der Kunde ist König" und darf sich zwischen verschiedenen Angeboten entscheiden: Es gibt diese Chemotherapie und jene Chemotherapie, dann gibt es noch eine dritte, und man könnte auch noch eine Kombination wählen oder noch etwas abwarten und dann erst entscheiden … Der Arzt überhäuft den Patienten mit Informationen und sagt dann: Das müssen SIE nun entscheiden!
Gawande meint dagegen, dass es darauf ankommt, die richtigen Fragen zu stellen, damit Mediziner und Patienten anschließend passende Entscheidungen fällen können:
Was möchten Sie unbedingt noch erleben?
Was könnten Sie am ehesten ertragen?
Wie wichtig ist Ihnen Zeitgewinn?
Worauf können Sie zur Not verzichten?
Worauf auf keinen Fall?
Es geht nicht um „Kämpfen oder aufgeben“, sondern um die Frage: Für was kämpfen wir?
In den USA werden (Stand 2015) 25 % der Ausgaben des Gesundheitswesen auf 5 % der Patienten verwendet, und das sind vor allen Dingen die ohne Aussicht auf Heilung, meist Krebspatienten in ihren letzten Monaten. Das dürfte bei uns so ähnlich sein. Und man muss das nicht kritisieren. Das Lebensende ist für die meisten Menschen in unserem Teil der Welt der teuerste Teil der Strecke. Als Patientin muss ich mir nur überlegen, was ich für mich persönlich wirklich will – und was nicht. Und mit meinen Lieben im Gespräch sein, Aktualisierungen vornehmen.
„Endings matter - not only for the patients but also for the ones left behind.“
Das Ende ist wichtig: nicht nur für den Patienten sondern auch für die, die zurückbleiben.
So, das war das etwas ernste Wort zum Sonntag. Mit viel geklautem, geborgtem ; ) . Morgen ist ein neuer Tag und ich denk mir wieder mehr eigenes und lustigeres aus.
Apropos lustig: ganz toll finde ich ja Torsten Sträthers`s "mach mal das große Licht an". https://www.ardmediathek.de/film/torsten-straeter-mach-mal-das-grosse-licht-an/Y3JpZDovL3dkci5kZS9laW56ZWxzdHVlY2tlZnVlcnNob3dzdW5kY29tZWR5L3BvY19pbXBvcnRfNDAwNDY4MDM3NQ




Kommentare