Erinnern
- tanja0563
- vor 5 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Also ich kann mich mich noch gut erinnern, als ich 16/17 war. Da dachte ich -und denke es im Grunde immernoch- dass ich damals so war, wie ich heute immernoch bin. Darum tue ich mich auch immer schwerer, meiner Tochter reinzureden. Lieber gehe ich mit gutem Beispiel voran, wo es geht und bin einfach immer für sie ansprechbar....nach der heutigen Klavierstunde hat sie mir eröffnet, dass sie eigentklich keinen Unterricht mehr bei der Lehrerin nehmen möchte.
Sie giing in der Begründung noch etwas mehr ins Detail und am liebsten hätte ich die Kündigung sofort abgeschickt. Scheinbar hätten wir besser schonmal eher darüber gesprochen, wie viel/wie wenig Spaß ihr der Unterricht macht und wie wertschätzend (oder auch nicht) die Lehrerin mit ihr umgeht. Grr....so kann man sich täuschen. Ich hatte das Geld immer weiter klaglos ausgegeben, weil ich dachte, dass es Emilia stark macht. Naja. so geht mal wieder ein Kapitel zuende.
Einen Anruf bekam ich heute aus der Uniklinik, Abteilung für Strahlentherapie: Der Dame am anderen Ende lag daran, zu verstehen, was mein aktueller Stand des Wissens sei. Ich habe ihr meinen Stand von gestern wiedergegeben und daraufhin erklärte sie mir, dass es weitere Gespräche mit Prof. Vattern und Prof. Ko gegeben habe und grundsätzlich davon ausgegangen werden könne, dass die Metastasen (ich nenne sie mal noch so) zu 99,9% wohl wirklich Metastasen seien und man wirklich bald bestrahlen solle. Da ich aber schon sechsmal bestrahlt worden bin, sei das alles etwas kompliziert.
Eine seltsame Mischung aus Freude und Erleichterung einerseits und einem genervten "pff, nun also doch"-Gefühl stieg in mir auf. Der Dame gelang es ganz gut, ihre Mischung aus "ich informiere sie ja nur", "ich will nur das Beste für Sie" und "ich kann verstehen, dass das alles keinen Spaß macht" zum Ausdruck zu bringen. Sie war wirklich empatisch und nett. Lange Rede, kurzer Sinn: Am kommenden Mittwoch, 27.5. machen wir um 9 das Planungs-CT (zweiter Versuch)!
Meine anderen Pläne (Emilia's Geburtstag, FSH Fahrt nach Fulda, mein Geburstag nach dem Ende der Bestrahlung...) habe ich extra nicht geheim gehalten, damit ich nicht hinterher zu hören kriege "ach, hätten Sie doch was gesagt"!! Die Reaktion auf meine Terminwünsche war so poistiv und menschlich, dass ich ganz begeistert und optimistisch bin, dass es wie ursprünglich geplant am 1.6. losgeht.
Von den Schmerzen und der Beweglichkeit würdei ch sagen, war es heute ein wenig besser als gestern. Der Schmerz hat in Teilen wiklich Ähnlichkeit mit krassem Muskelkater.Und morgen ist ein neuer Tag.





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