andere Zeiten
- tanja0563
- 26. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Gestern, als ich vom Malen zum Blutabnehmen fuhr, hatte ich ein kleines Hüngerchen und bin irgendwie automatisch Richtung nach Hause gefahren. Als ich den Fehler bemerkte, hab ich bei passender Gelegenheit gewendet und dabei so ein Auto gesehen, wo man essen kaufen kann. Einen Foodtruck (danke Birgit!). Der Name "Willy, der Grieche", machte mich nur mittelmäßig stutzig. Es war nix los, ich konnte da problemlos parken und der Hunger zeigte energisch auf die Uhr: ist doch schon nach 12- das kann als Mittagessen durchgehen.
Also habe ich mir eine Veggie-Pita bestellt. Letztlich war die auch ganz lecker, allerdings nur, weil ich viele Sonderwünsche durchsetzen musste: keine Zwiebeln, kein Knoblauch, KEINE POMMES und auch nicht als Ersatz mehr Tomaten. Ich habe mir die Speisekarte dann nochmal angeschaut: bei fast jedem Gericht wurden einem irgendwie Pommes untergejubelt! Vielleicht deshalb der Name: Willy, der Grieche!? Irgendwie kam ich mir sehr alt vor.
Eine andere Zeitreise war der italiensiche Film "L'ultimo bacio", der letzte Kuss. https://de.wikipedia.org/wiki/Ein_letzter_Kuss, von 2001, den ich heute mit meinem Mann in der Brotfabrik schauen durfte. O Mann, da waren viele Schauspieler zu sehen, die auch jetzt noch bekannt sind- bloß 25 Jahre jünger! Inwieweit es auch in einer Ehe unvermeidbar langweilig wird und ob man das aushalten sollte oder eben nicht, und die vielen Grautöne dazwischen, das war im Grunde das Thema das Films. Lustig schon auch, als wir an der Kasse gefragt wurden, ob wir Studenten seien ; )) Nee- aber eine schwerbehindert!
Ja, mit meiner nun wirklich deutlich sichtbaren (Geh-)Behinderung, die ja aber nur die Spitze des Eisbergs ist, tue ich mich nach wie vor schwer. Da ist es schon immer wieder wohltuend zu sehen, dass Roberto das völlig egal ist. In dem Sinne egal, dass er mich halt als Mensch sieht. Dienstag wird er wohl meinen schicken Rollator wieder aus dem Keller holen. Ohne Harnröhren- (und stattdessen mit suprapubischem/Bauchdecken-)Kathether will ich dann meinen Radius wieder vergrößern- und fürs Radfahren sind meine Beine aber zugegebenermaßen zu schlapp. Der Rollator macht einfach mehr Sinn.
Jetzt bin ich beim zappen bei Doc Caro hängengeblieben und natürlich haben da auch alle Krebs. Und Doc Caro hat auch mal das thematisiert, was mir immer wieder aufstößt: Man kann gegen Krebs nicht kämpfen, man muss einfach nur total viel aushalten. Immer und immer wieder. Und wenn der Verlauf dann irgendwann nicht positiv ist, dann hat der Patient genug ausgehalten. Aber auf keinen Fall verloren. Menschen, die an Krebs sterben sind alles, aber keine Verlierer. Merk Dir das bitte, ok?
Tja, ich als grüner Oldie muss auch immer noch schlucken wenn ich sehe, wie normal es heutzutage scheinbar geworden ist, durch die Welt zu fliegen. So vermeintlich ganz ohne Gedanken an die Kosten für die Umwelt. "Der Flieger fliegt ja sowieso". Jeder einzelne hat bestimmt genauso gute Gründe wie ich mir einbilde, sie zu haben wenn ich fliege. Vielleicht bin ich auch nur neidisch, wenn ich Statusmeldungen aus Indien und Tunesien bekomme, mein Physiotherapeut sich strahlend auf Fuerteventura freut und Töchterchen Vitamin D in Malaga tankt ; )





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