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15. Tisch decken

  • tanja0563
  • 15. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

(Maike)

„Schöne Tischdecken kann ja jeder kaufen“, denkt Anita. „Wobei ich nicht gedacht hätte, dass eine simple, weiße Damast-Tischdecke doch so teuer ist“ erinnert sie sich an ihren Kauf in der vergangene Woche „zumindest in der Größe unseres Tisches.“ Sie muss schmunzeln, denn obwohl sie nur zu Dritt an der Tafel sitzen werden, lieben sie es, den Tisch stets ausgezogen zu lassen. So ist genug Platz für all die leckeren Sachen, die für die Festtage aufgetischt werden.

 

Anita geht in Gedanken nochmal alles durch, was sie sich überlegt hat, um eine festliche Atmosphäre zu schaffen. Weil sie so hartnäckig dafür plädiert, dass Geschenke nicht so wichtig sind, fühlt sie sich besonders dafür verantwortlich, auf andere Weise dafür zu sorgen, dass alle …hm- glücklich wäre jetzt vielleicht hoch gegriffen- dass alle irgendwie ..naja, so zufrieden wie möglich" sein würden.

 

Das Menü ist schon seit Wochen unter ihnen dreien besprochen und vereinbart worden: Als Vorspeise gibt es Mocktails und Cracker mit Creme Fraîche und Lachs. Danach grüne Lasagne, aber nicht zu viel, denn es geht weiter mit Tortelloni gefüllt mit Spinat und Ricotta in Salbeibutter. Wenn sie dann mal eine Pause brauchen, könnte man ja ein paar der wenigen Geschenke auspacken. Weiter geht es dann mit Pollo al Limone und Kartoffelbrei. „Noch etwas Gemüse dazu wäre vielleicht nicht schlecht“ überlegt sie. Als Nachtisch fand sie Vanilleeis mit selbstgemachter Himbeersauce einer lieben Freundin sehr feierlich.

 

Das Menü konnte sich sehen lassen. „Ein schöner trockener Weißwein fehlt noch,“ denkt Anita und fügt ihn der Einkaufsliste hinzu. Außer der neuen, weißen Tischdecke hält sie schöne, weihnachtliche Servietten parat. Die hatte sie geschenkt bekommen. Die feinen Gläser jeweils für den Mocktail, den Wein und Wasser würden durch die Kerzen in den silbernen Kerzenhaltern richtig was hermachen. Das gute Besteck hatte sie auch schon kontrolliert, die Messer, Gabel und Löffel würden den Kerzenschein widerspiegeln. Und natürlich kleine Teller, große Teller und Dessert-Teller. Es war das Geschirr ihrer Schwiegermutter.

 

Der kleine rote Weihnachtsstern, denn sie auf der Weihnachtsfeier neulich geschenkt bekommen hatte, würde sich als Dekoration auf der Tafel sicherlich gut machen. Und die kleine Lichterkette? Nee- lieber nicht, das würde irgendwie zuviel. Anita seufzt zufrieden. „Es wird wirklich schön werden“. Schon allein, weil sie sich diese Gedanken zum „Tisch decken“ mach und es nicht dem Zufall überlässt, sondern sich Mühe gibt und gestaltet. Anita fühlt sich auch dafür zuständig, für alle Gänge die Zutaten einzukaufen. Für sie gehört das alles zum „Tisch decken“ dazu.

 

„Tisch decken“ drückt für sie den Respekt für die Arbeit des Kochs aus und irgendwie auch die Liebe zu ihren beiden Gästen: ihrem kochenden Mann und der gemeinsamen Tochter, die just zwei Tage vor dem Heiligen Abend von einem dreimonatigem Auslandsaufenthalt zurückkommen würde. Das würde ein ganz besonders schönes Weihnachten werden.




Hinweis in eigener Sache: Stichworte für 5 "Türchen" sind aktuell noch zu vergeben! Wer will noch, wer hat noch nicht? : )

 
 
 

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