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Urlaubs-Vorbereitung

  • tanja0563
  • vor 2 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Ein wenig ist es als spätes Geburtstagsgeschenk von Emilia zu sehen, ein wenig wie ein italienisches Aufatmen im Rheinland aber vor allen Dingen als einer der seltenen netten Momente zu dritt: wie gestern schon erwähnt konnte Emilia über Beziehungen drei VIP-Tickets für das heutige Kunst!Rasen-Konzert bekommen. Bzw wir waren auf der Gästeliste. (Wie peinlich irgendwie).



Das Konzert war überhaupt nicht ausverkauft, das machte es leichter anzunehmen. Und der Sohn der Veranstalter, mit dem Emilia befreundet ist, meinte wohl auch, dass die Stimmung erstaunlich gut war, dafür dass es nicht besonders voll war.


Protagonist des heutigen Abends war Jovanotti. Bevor ich mir jetzt was aus den Fingern sauge, bekommst Du unten den vorab-Abdruck aus dem Bonner Generalanzeiger, falls es Dich interessiert.


Ansonsten hier noch ein Fazit von mir: ein unvergesslicher, beeindruckender Abend!! Emilia hat eine tolle Zeit mit ihren Freunden verbracht, die dort arbeiten, kam aber immer wieder zu uns zurück. Ich verbrachte nach dem tollen Essen leider zumindest den Anfang des Konzerts auf der sehr sauberen Toilette (Riesen-Malheur) und dann in einem sehr bequemen Liegestuhl und Roberto mal hier mal da, aber die meiste Zeit an meiner Seite stehend. Meine Fähigkeiten im Sitz-Tanzen habe ichvja schon zu anderen Gelegenheiten unter Beweis gestellt.


Das Lied "mi fido di te" (ich verlass mich auf Dich) hat michdann doch ziemlich gerührt. Das passt auch zum Thema Urlaubs-Vorbereitung: vom 20.7. bis 6.8. sind die Ragazzis in Italien und ich genieße mit Edo die - relative- Kühle in Bonn: Garten, lesen, lange Gassi-Runden mit dem Blitz (mi fido di te"!), Mahlzeiten, Chor (?), Frühstücken im WZ, ... Mit der Beratung meiner Palliativ-Schwester und Roberto haben wir uns diesmal noch gegen einen professionellen, täglichen "Haushalts-oder gar Pflege-Dienst" für die Zeit entschieden. Damit würde ich mich irgendwie eingeengnt fühlen...und für`s Grobe habe ich ja schon wöchentliche Unterstützung. Fürs feine werden sich schon feine Löusingen finden.


Aber es ging ja ums Konzert. Mit diesem VIP-Paket war das genau das Richtige für uns: wir bekamen lecker essen, trinken, cafè, gelato, immer wieder und so viel wir wollten, wir hatten genug Platz, "eigene" Toiletten und neben vielen für mich unbequemen Ditzgelegenheiten sogar zwei bequeme Liegestühle. So konnte auch ich Jovanotti LIVE wirklich geniessen ; )




Jovanotti zaubert Bonn nach Italien


 07.07.2026 , 23:00 Uhr, 4 Minuten Lesezeit, Von Elena Eggert


Bonn · Er war einer der Pioniere des italienischen Rap und füllt in seinem Heimatland auch nach vier Jahrzehnten noch Stadien: Jovanotti spielt auf dem KunstRasen und beweist, wie aktuell seine Songs noch heute sind.


Es ist Sommer 1988: Michael Jackson tritt in West-Berlin auf, in Seoul starten die Olympischen Sommerspiele, die Niederlande gewinnt die Fußball-EM und in Italien? Dort läuft im Radio immer und immer wieder „Gimme Five“. Es ist der erste Song des damals 22-jährigen Jovanotti, der sich in eine noch junge Musikrichtung verliebt hat, sie ins Italienische übersetzt und nach Europa bringt.

      

Am Dienstagabend steht der italienische Hip-Hop-Pionier auf der Bonner KunstRasen-Bühne, rappt selbstbewusst den 38 Jahre alten Hit. Das Erstaunliche dabei: Der Mix aus Funk und Rap wirkt erfrischend, nicht wie aus einer anderen Zeit. Das spiegeln auch die rund 2500 Fans, die den 59-Jährigen ab dem ersten Takt umjubeln und im Laufe des Abends eine ausgelassene Tanzparty aus dem staubigen Boden stampfen.

      

In fast vier Jahrzehnten hat Jovanotti, der mit bürgerlichem Namen Lorenzo Cherubini heißt, 18 Alben veröffentlicht. Zehn landeten auf Platz eins der italienischen Albumcharts. Im vergangenen Jahr veröffentlichte Jovanotti gleich zwei neue Platten. Auf „Il corpo umano, Vol. 1“ im Februar folgte im November „Niuiorcherubini“. Dieses Album entstand spontan während einer sechstägigen Jam Session in New York.

      

In Bonn bekommt das Publikum mit „Shiva Jam“ direkt zum Konzertauftakt eine Kostprobe dieses Albums. Das Publikum klatscht, wippt und lauscht dem geschmeidigen Jazzrap inklusive Hindu-Mantra „Om Namah Shivaya“. Gleichzeitig ist sich Jovanotti nicht zu schade, auch seine frühen Werke zu spielen. Direkt nach dem sachten Einstieg rappt Jovanotti selbstbewusst „Attaccami La Spina“ (Schließ mich an) aus dem Jahr 1994.

      

                      

Comeback auf deutschem Boden nach acht Jahren

      

In Italien füllt Jovanotti Stadien, in Deutschland blieb er oft unter dem Radar – völlig zu Unrecht, wie der Abend auf dem Bonner KunstRasen beweist. Dort präsentiert er Rock, Funk, Reggae, Afrobeats, Blues, Soul, Elektropop und italienische Balladen. Das Publikum folgt ihm auf dieser musikalischen Reise, umarmt sich schunkelnd („Mi Fido Di Te“; „Ich vertraue dir“) und singt lauthals mit („L‘ombelico del mondo“; „Der Nabel der Welt“) und lässt die Hüften schwingen („Ti Porto Via Con Me“; „Ich nehme dich mit“). Lange mussten die Fans schließlich auf Jovanotti warten.

      

Vor acht Jahren spielte er seine letzten Konzerte in Deutschland. Begleitet von einer 13-köpfigen Band kommt er in diesem Sommer zurück und macht drei Stopps: Wolfsburg, Bonn, München. Eigentlich ist es jedoch so, als hätte Jovanotti Italien nie verlassen. Die Fans halten Becher mit Aperol statt Bier in der Hand und Jovanotti selbst spricht auf der Bühne abgesehen von einem „Guten Abend Bruder und Schwester von Bonn“ ausschließlich italienisch, was im Publikum für keinerlei Irritation sorgt. Seine Worte werden verstanden.

      

Mit dem eingängigen Sprechgesang von „Serenata Rap“ gelang Jovanotti 1994 sein erster internationaler Hit. Natürlich darf dieser Song auch auf dem Bonner KunstRasen nicht fehlen. Menschen in der Menge zücken das Handy und filmen mit. Mitte der 90er Jahre entwickelt sich nicht nur Jovanottis Musik weiter, auch wird sie politischer. Aus dieser Zeit stammt sein Song „Penso Positivo“ (Ich denke positiv), der dazu aufruft, Spaltungen durch positives und inklusives Denken zu überwinden. Der Text erwähnt Persönlichkeiten wie Che Guevara, Mutter Teresa, Malcolm X und Gandhi. Auf dem KunstRasen erntet er dafür langen Applaus.

      

Leichtigkeit und Lebenslust dominieren den Abend

      

Daneben scheinen Leichtigkeit und Lebenslust die dominierenden Gefühle zu sein, die über allem schweben. Jovanotti selbst, der über den braunen Locken eine Cap trägt – natürlich lässig verkehrt herum – steht an diesem Abend nicht still. Mal zappelt er hinter dem Mikrofonständer, mal bewegt er sich leichtfüßig tänzelnd über die Bühne. Unvorstellbar, dass der leidenschaftliche Radfahrer nach einem schweren Fahrradunfall 2023 monatelang auf Rollstuhl und Krücken angewiesen war und sich mühsam zurück auf die Beine kämpfen musste.

      

Aktueller denn je scheint daher seine Dankbarkeitshymne „Ragazzo fortunato“ (Glückspilz) aus dem Jahr 1992 zu sein, die er begleitet mit lautem Jubel als vorletzten Song spielt. Im Refrain singt er „Ich bin ein Glückspilz, weil sie mir einen Traum geschenkt haben. Ich habe Glück, weil ich nichts brauche.“ Nur eine Sache braucht Jovanotti dennoch: Amore. Zu Recht gehört das große Finale an diesem Abend daher der ruhigen und sentimentalen Ballade „A Te“ (Für Dich). Die Zeilen dichtete Jovanotti, als er 2008 seine Jugendliebe Francesca Valiani heiratete. Die großen Gefühle, die in jeder Liedzeile mitschwingen, werden durch Jovanottis tiefe und melancholische Stimme direkt in die Herzen der Fans gespült. An diesem Abend kann „A Te“ auch als Liebeserklärung an das Bonner Publikum verstanden werden, das sich betrunken vor Liebe auf den Heimweg macht.




      

 
 
 

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