Pudding
- tanja0563
- vor 21 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Das MRT-Abdomen war die erste Untersuchung dieser Woche. Alles soweit stabil. Unglaublich. Ja, etwas Aszitis (Bauchwasser), etwas Wasser in der Lunge, aber das ist wohl alles erstmal nicht dramatisch. Da hatte ich mit schlimmerem gerechnet!
Mein Onkologe stimmte mir zu, dass die Bestrahlung der Metastase im Lendenwirbelkörper -wie von der Uniklinik vorgeschlagen- nicht viel Sinn macht. Dass er (außer mir, ok) schon vor der Operation darauf hätte kommen können, dass der Bereich schon mehrfach vorbestrahlt ist, haben wir nicht thematisiert. Nur als schon seine Eingangsfrage "wie lange sind Sie jetzt entlassen?" enlarvte, dass er wohl die letzte Dokumentation nicht gelesen hatte, konnte ich mir die etwas freche Antwort "entlassen? aus dem Gefängnis, oder was?" "Aus dem Krankenhaus raus bin ich schon seit dem 9. Mai!" Naja- er kennt meinen Humor ja auch schon.
Er fragte dann nach der Histologie der Rücken-OP (ja, klar- ich erkläre ihm gerne, was in den Briefen stand: keine Krebszellen nachweisbar- aber die Zellen wurden ja auch nicht entnommen, um Krebs nachzuweisen, wie der Chirurg mir erklärt hatte) und erklärte mir, dass ich für das "Modellvorhaben Genom-Sequenzierung" in Frage komme. Man müsse dem Tumorboard nochmal erklären, dass bei mir sonst nichts mehr hilft und dann ein Stückchen Tumorgewebe genetisch untersuchen. Durch diese neuen Untersuchungsmethoden ergeben sich dann Möglichkeiten, unter 160 neuen Mediamenten doch noch was zu finden, was mir noch ein Weilchen helfen kann.
Tja, zu Christiane, einer der Moderatorinnen, rutschte mir die Beschreibung "Pudding am Ende der Fahnenstange" raus. Es ist einfach nochmal ein bisschen Hoffnung in einer ansonsten etwas hoffnugnslosen Situation.
Morgen bekomme ich erstmal zwei Bluttransfusionen, damit ich etwas weniger dauermüde bin. Die Krönung war heute beim Warten vor Prof. Ko's Zimmer: Ich hatte eine Flasche Vio Zitrone in der Hand, schlief im Sitzen ein und wachte auf, als ich mir die Limonade über die Hose goß....wie peinlich!
Mit Blick auf eine genügend große und gut erreichbare Gewebeprobe für das Modellvorhaben haben wir dann noch ein CT vom Thorax (Oberkörper) nachgeschoben. Das ging superfix- aber nochmal die Schlange vor Prof. Ko's absitzen...pffff...gut dass ich Buch dabei hatte.
Das Betrachten des CTs war irgendwie skuril: wir haben nach einer möglichst großen, gut gelegenen Metastase gesucht ; ) In der Lunge sind wir fündig geworden. Der Thorax-Chirurg ist konsultiert- aber bevor ich Montag das halbe Jahrhundert voll mache, werden mir keine Einzelteile mehr entfernt!
Morgen ist ein neuer Tag- mit neuen roten Blutkörperchen! Damit ich am Samstag in der Grafschaft ordentlich feiern kann!
Wer mal zwischendurch Zeit und Lust hat, an einer Umfrage im Rahmen einer Masterarbeit einer Bekannten teilzunehmen: hier geht´s zur Umfrage: https://www.soscisurvey.de/onlinebefragung/

(Das Bild ist KI-generiert)




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