Müssen und dürfen
- tanja0563
- vor 3 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Heute komme ich wohl etwas ins predigen. Wenn Dich das nervt, lies nicht weiter.
Mir geht es darum, dass Sprache mitbestimmt, wie ich denke.
Zum einen merkte ich das am Wörtchen "müssen". Ich "muss" überhaupt gar nichts. Klar, leben, sterben, pipi- aber was "muss" ich davon wirklich? Bin ich zu irgendwas "verdonnert"? Ist es nicht so, dass ich am Ende alles irgendwann irgendwie wohl auch MÖCHTE? Dass ich etwas möchte, weil die Konsequenzen sonst doof wären? Ich versuche, im normalen Sprachgebrauch selten das Wort "müssen" zu gebrauchen. Viellleicht MÖCHTE ich noch einkaufen, weil sonst der Kühlschrank leer ist. Aber ich MUSS das nicht machen. Nichts, außer dass der Kühlschrank leer ist, passiert, wenn ich es nicht tue. Ich finde es ganz heilsam, mir manchmal zu überlegen, was wirklich furchtbar Schlimmes passiert, wenn ich etwas nicht tue, von dem ich meine, ich sei dazu verpflichtet. Und mir macht einkaufen definitiv mehr Spaß, wenn ich es mache, weil ich möchte und nicht weil ich meine, dass ich verpflichtet bin.
Dann als zweites das Wörtchen habe ich angefangen, "man" durch "ich" zu ersetzen. Ich habe die Wahrheit nicht gepachtet, ich habe eine seltsame Sicht auf die Dinge, die ist subjektiv und nicht neutral. Bei dem Absatz oben war ich erst in Versuchung, ganz oft "man" zu schreiben. Aber warum sich dahinter verstecken? Ich spreche ja nur für mich- und vielleicht ist für Dich was passendes dabei.

Zuletzt geht es nochmal um die Freiheit. Wie oben erklärt: ich fühle mich freier, wenn ich mir klar mache, dass die Motivation für viele unangenehme Taten nicht ist, dass ich etwas machen MUSS, sondern ich möchte sie lieber erledigen, als mit den Konsequenzen des NICHT-TUNS zu leben. Auf diese Weise gibt Sprache mir FREIHEIT!
Und ein Kanditat, der das auch sehr gut kann, ist das Wörtchen "dürfen". Überleg doch mal, wo Du mit "ich darf" jemand anders die Zuständigkeit gibst, eine Entscheidung zu treffen, die möglicherweise Deine sein könnte. Aktuelles Beispiel: ich "durfte" aus dem Krankenhaus nach Hause. Damit gäbe ich den Docs die Zuständigkeit, die Verantwortung. Dabei glaube ich, dass sie das nicht so gut entscheiden können, wie ich. Wie gut mir der Garten, der Hund, besserers Essen (auch wenn mal eine Mahlzeit mit Müsli mit Joghurt abgegegolten wird), das bequemere Bett, die Ruhe.....tun, das können die doch gar nicht abschätzen. Als ich verstand, dass deren einziges Argument "bessere Schmerzkontrolle" geworden war, hab ich entschieden, dass ich heimgehe, Punkt.
Gleichzeitig hilft bewusstes "dürfen" statt leichthin "müssen", mich in Dankbarkeit zu üben. Ich darf im Juni auf einen 80. Geburtstag!! Wie schön!!! Emi möchte auch mit.
Ansonsten kann ich erzählen, dass die tollen Sachen, die andere machen und (mich) dran teilhaben lassen, mir gerade viel Seelenfutter geben. Ostsee, Paris, Wahner Heide, Eifel, Berlin, Starnberger See, Nordhorner Kirmes...ich re-poste hier nicht (ungefragt) die tollen Fotos, die mir liebe Menschen schicken oder die ich im What'sApp Status bewundere. Aber ich genieße es, dass sich zumindest auf diese Art mein Horizont digital erweitert.
Das Buch "Die Schwestern von Marienfehn" von Jan Steinbach hat mir gut gefallen. Nach Rebenblut (Ellin Carsta, da gibt's noch mehr Teile) verschlinge ich nun den zweiten Band der "Neubeginn in Indien" Triologie von Janet MacLeod Trotter.
Mit Edo auf dem Blitz spazieren fahren geht auch noch nicht, die Wunde ist einfach noch sehr empfindlich. An den Muttertags-Frühstückstisch mit Blumen und Bananenbrot hab ich mich aber ein Weilchen gesetzt. Auch zum Mittagessen (Pasta al Ragú von Roberto) bin ich aufgestanden. Aber den Rest des Tages habe ich in Bett verbracht. Morgen ist ein neuer Tag!!






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