20. Fantasie
- tanja0563
- 20. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Überraschung, dies ist wieder ein Eintrag "in eigener Sache". So langsam ist mein Fantasie-Akku doch etwas leer. Zwar habe ich noch das ein oder andere Stichwort, aber mir fällt zu denen nicht so recht was ein. Darum gibt es heute nochmal eine kleine Geschichte aus dem Schreibkurs, da hatte Kursleiterin Elke natürlich das Stichwort gegeben. Wie sich der Fantasie-Akku wieder auflädt, weiß ich auch nicht.
Aber heute kamen Zweifel, ob es immer meine Fantasie ist, die da in die Geschichten einfließt. Denn mehrere Blogleser, mit denen ich heute telefoniert habe, meinten "ah, den Film habe ich gesehen!!". Hm. Entweder habe ich also einen Film mit einer solchen Handlung gsehen, das dann vergessen und es als "meine" Fantasie aufgeschrieben.
Oder aber, die Blogleser haben beim ersten Lesen der Geschichte in meinem Blog im Oktober oder so sich das Ganze sehr bildhaft vorgestellt und darum beim zweiten Lesen, zwei Monate später, das Gefühl gehabt, so einen Film (im Kopf!) schonmal gesehen zu haben?
In beiden Fällen spielt die Fantasie uns einen Streich! Mal sehen, ob auch das hier eine Filmszene in Deinem Kopf wird....
Kaminabend
Rauh liegt das frisch gehackte Holzscheit in seiner Hand. War das eine Arbeit gewesen! Denn natürlich hatte Klaus mehr als diesen einen Scheit gehackt. Das frische Holz hatte er feinsäuberlich an einem geschützten, sonnigen Platz gestapelt. Für den Kamin holt er nun das ältere Holz in einem Weidenkorb in die Stube. Dort duftet es bereits nach Rosmarinkartoffeln und Lammsteaks. Er lächelt Marianne an, die sich ihm zuwendet und ihre Schürze ablegt.
„Darf ich den Kamin anmachen?“ fragt sie. „Dann kannst Du vor dem Essen noch duschen…“ Dankbar nimmt er das Angebot seiner patenten Frau an. Wie schön, dass Marianne kein Heimchen am Herd ist, sondern auch bei rustikalen Aufgaben des Bergbauer-Lebens mitanpacken kann und will. Während er sich seiner staubigen, mit Holzspänen gespickten Kleidung entledigt und unter der heißen Dusche die Lebensgeister freundlich geweckt werden, freut er sich über seine Frau und sein friedliches Leben im Allgemeinen.
Marianne stellt den Weidenkorb neben den Kamin, in dem noch ein kleiner Glut Rest glimmt. Sie hockt sich davor, kehrt etwas Asche aus und befeuert die Glut mit neuem Holz. Zunächst sieht es so aus, als würde der Funke nicht überspringen, doch dann plötzlich lecken die Flammen am Fichtenholz. Sie schaut versonnen in die Flammen und ist einfach nur dankbar und zufrieden. Mit geschlossenen Augen genießt sie, dass es allmählich wärmer wird. Sie freut sich auf den Moment, in dem das Knarren der Stiege ankündigen würde, dass ihr Klaus zum Essen hinunterkommt.
Als Klaus frisch geduscht, neu eingekleidet und parfümiert in die Stube kommt, erschrickt er, als er Marianne so bewegungslos am Kamin sitzen sieht. Er eilt zu ihr. „Alles in Ordnung, mein Schatz?“ flüstert er besorgt und nimmt sie zärtlich in die Arme. Marianne wacht aus ihrem Nickerchen auf und schmiegt sich an ihn. „Ja, alles in bester Ordnung, mein Schatz, lass uns essen“. Und sie verbringen einen wunderschönen, zweisamen Kaminabend.

Und wer mal wieder einen Filmtip möchte: "Der Tote aus dem Eis" (Amsterdam-Tatort, ARD-Mediathek), "Die Tote ohne Gesicht" und "Die Glasbläserin" (beides ARTE-Mediathek, teilweise nur noch kurz) haben mir alle drei gut gefallen.




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